Monty Gräßler bleibt laufend und schreibend am "Wahnsinn Wasalauf" dran

Der "Wahnsinn Wasalauf" geht für Autor Monty Gräßler gleich im doppelten Sinne weiter: Ein gutes Jahr, nachdem sein Buch bei Book on demand erschienen ist, bereitet er sich auf seinen zweiten Start beim legendären 90-km-Skilanglauf-Rennen in Schweden vor. Zugleich schreibt der 44-Jährige, der als Redakteur bei der "Freien Presse" tätig ist, auch weiter über den Vasaloppet. Lesen Sie mehr dazu in unserem Autoreninterview.

Herr Gräßler, was machen Sie am ersten März-Wochenende 2018?

Gute Frage. Wenn nichts dazwischen kommt, stehe ich am Sonntagfrüh mit 15.000 anderen Verrückten auf der großen Startwiese im mittelschwedischen Sälen. Und wenn es nach Plan läuft, fahre ich sieben Stunden später über die Ziellinie.

 

Sie haben im Buch geschrieben, dass es nicht bei der einen Teilnahme von 2014 bleiben wird. Warum hat es vier Jahre bis zum zweiten Anlauf gedauert?

Da spielen von der Familie bis zum Beruf ganz viele Sachen rein. Dazu kommt, dass es eine ganze Reihe anderer Wettkämpfe gibt, die mich reizen. Ich bin in der Zwischenzeit zum Beispiel den 70 Kilometer langen Marcialonga-Skimarathon in Italien und den Berlin-Marathon gelaufen. Aber der Vasaloppet war immer im Hinterkopf.

 

Können Sie einem Laien erklären, was den besonderen Reiz dieses Rennens ausmacht?

Darüber könnte man ein Buch schreiben. Aber Scherz beiseite: Der Wasalauf ist für jeden Skilangläufer so etwas wie der Ironman auf Hawaii für Triathleten. Die Begeisterung der Skandinavier für den Langlauf ist riesig. Allein wenn du die Massen am Start siehst, das ist Gänsehaut-Feeling pur. Und das Tolle ist: Beim Vasaloppet kann sich ein Hobbyläufer über eine Zeit von zehn Stunden genauso freuen wie ein Top-Läufer, der vier Stunden braucht. Die Zuschauer feiern ja auch die Letzten, die nach 12 Stunden ankommen. Wahnsinn.

 

Ihr Buch ist jetzt reichlich zwölf Monate auf dem Markt. Sind Sie mit den Verkaufszahlen zufrieden?

Ja. Mir war natürlich klar, dass es bei einem so speziellen Thema nicht über eine Kleinauflage hinausgeht und man nicht die investierte Zeit gegenrechnen darf. Aber es hat sich schon nach den ersten Wochen abgezeichnet, dass ich zumindest nicht auf den Herstellungskosten sitzen bleibe und unterm Strich ein kleines Plus steht. Ich bin im Nachhinein sehr froh, mit Book on demand einen fairen Partner gefunden zu haben, der das Projekt professionell umgesetzt hat.

 

Ist es richtig, dass Sie schon wieder an neuen Wasalauf-Geschichten schreiben?

Das stimmt. Und da muss ich ein bisschen weiter ausholen. Denn das wirklich Wertvolle für mich waren die vielen positiven Reaktionen auf das Buch. Mir haben wildfremde Menschen geschrieben, dass Sie beim Lesen Tränen in den Augen hatten, weil sie das Rennen genauso emotional erlebt haben, wie es beschrieben ist. Ich wurde um Autogramme und gemeinsame Fotos gebeten und bin beim Training in der Loipe immer wieder angesprochen worden. Besonders stolz hat mich die gut besuchte Lesung auf der Buchmesse in Leipzig gemacht. Und wenn ich das noch kurz sagen darf: Ein schöner Erfolg ist es für mich auch, dass mein Buch sogar im Vasaloppet-Museum in Schweden erhältlich ist. Ich habe erst vor wenigen Tagen eine Nachlieferung hochgeschickt.

 

Das klingt in der Tat sehr gut. Und das war der Ansporn, am Thema dranzubleiben?

So kann man das sagen. Mir sind in Gesprächen, Mails und Briefen viele weitere besondere Erlebnisse beim Vasaloppet zugetragen worden. Ich dachte mir irgendwann, dass sie zu schade für die Schublade sind und habe auf meiner Homepage www.wahnsinn-wasalauf.de einen Blog gestartet. Seit kurzem werden die Texte sogar als Kolumne auf dem Skilanglauf-Portal xc-ski.de veröffentlicht, das eine viel größere Reichweite hat. Das freut mich, denn es macht mir einerseits großen Spaß, die Geschichten zu erzählen. Und natürlich bleibt so auch das Buch weiter im Gespräch.

 

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Monty Gräßler ist im Erzgebirge aufgewachsen, er stand schon als Dreijähriger zum ersten Mal auf Skiern. Da es trotzdem nichts mit der großen Lauf­bahn als Sportler wurde, wechselte er mit 15 Jahren die Seiten und schrieb schon als Jugend­licher erste Sport­artikel für die Lokalzeitung. Später machte er sein Hobby zum Beruf. Er war zunächst als Freier Journalist tätig und arbeitet seit gut 20 Jahren als Redakteur für Lokal­sport bei der "Freien Presse" im Vogtland. Der begeisterte Freizeit­sportler ist ver­heiratet und hat zwei Kinder. "Wahnsinn Wasalauf" ist sein drittes Buch. 2004 erschien "Sächsische Skispitzen", 2009 die Biographie von Box-Weltmeister Markus Beyer "Mit links und 40 Fieber".