deutsche_Geschichte
In ihrem Buch erzählt Auguste Strasser vom bewegenden Weg ihres Lebens. Dieser führte sie von der glücklichen Kindheit im Danziger Land, über die Flucht vor der Roten Armee erst nach Dänemark und dann in die damalige DDR bis nach Aldingen auf der Schwäbischen Alb. Dort findet sie ihre große Liebe, gründet eine Familie und baut zusammen mit ihrem Mann einen erfolgreichen Landwirtschaftsbetrieb auf. Feinsinnig und doch in einer klaren Sprache berichtet sie von Erfolgen und Niederlagen, von Zeiten des Glücks und von Zeiten des Verlusts. In ihrer Geschichte spiegelt sich das schwere Dasein einer ganzen Nachkriegsgeneration. Die, aufgewachsen inmitten von Flucht, Hunger, Tod und Fremdenfeindlichkeit, ihren Platz im Leben nicht nur finden, sondern sich erkämpfen musste. Ein eindringlicher, ehrlicher und tief berührender Bericht, der bis an die Wurzeln des Lebens reicht. Hier findet Ihr eine Leseprobe und könnt das Buch kaufen.
die Wurzeln meines Lebens

Die Redakteure von Leserkanone.de haben mit Frau Strasser ein Interview geführt:

In ihrem Werk »Die Wurzeln meines Lebens« schildert Gustel Strasser nicht weniger als die Geschichte ihres Lebens.
Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über die Nachkriegsgeneration und über die titelgebenden Wurzeln des Lebens.

Leserkanone: Frau Strasser, vor Kurzem erschien eine überarbeitete Version Ihres Buchs »Die Wurzeln meines Lebens«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Werk genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Es geht um die Geschichte meines Lebens. Gerade weil ich inzwischen sehr einsam bin wollte ich meine Erinnerungen zusammenfassen. Es geht um die Geschichte von Preußen, den Zweiten Weltkrieg, die Flucht vor den Russen, um die Flüchtlingslager, die DDR, die Flucht in den Westen und das Leben auf der schwäbischen Alb.

Leserkanone: Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Bücher würden Sie »Die Wurzeln meines Lebens« ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingswerke?

Ich empfehle es jeden der sich für die deutsche Geschichte interessiert. Ein ähnliches Buch ist z.B. »weiter leben« von Ruth Klüger. Ich habe kein literarisches Vorbild für dieses Buch gehabt, aber Frau Natascha Ochsenknecht und Frau Judy Winter sind zwei Frauen zu denen ich aufschaue. Ich interessiere mich auch sehr für Bücher der deutschen Geschichte (besonders der preußischen), wie »Der alte Fritz – Mensch, Monarch, Mythos«.

Leserkanone: Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr Leben in Buchform zu verarbeiten? Warum sollte jedermann einen Blick darauf werfen, auch diejenigen, die Sie gar nicht kennen?

Nachdem auch mein Neffe, als letztes lebendes Familienmitglied auf der schwäbischen Alb von uns gegangen ist, habe ich angefangen über mein Leben ausführlich nachzudenken. Ich habe angefangen meine Erinnerungen aufzuschreiben, um noch einmal an alle meine Lieben zu denken. So ist mein Autobiographie entstanden. Weil ich viele besondere (schöne und erschreckende) Ereignisse der deutschen Geschichte erlebt habe. Jeder Mensch der sich für deutsche Geschichte interessiert sollte dieses Buch lesen. Auch die Tatsache, dass auch wir deutsche einst Flüchtlinge waren und diese Erlebnisse grauenvoll waren sollten viele Menschen erfahren.

Leserkanone: Welche Dinge, mit denen Ihre Nachkriegsgeneration konfrontiert war, finden heutzutage Ihrer Meinung nach zu wenig Beachtung?

Ich finde, dass der Holocaust immer noch zu wenig Bedeutung erhält. Vor allem ist für mich persönlich wichtig, dass die Menschen mehr über die Geschichte von Preußen und den alten Fritz erfahren. Zum dritten ist es wichtig zu wissen, wie grauenvoll das Leben als Flüchtling ist.

Leserkanone: Wie schafft man es, Jahrzehnte zurückliegende Erfolge, Niederlagen und Emotionen zum Ausdruck zu bringen, ohne dass dabei eine durch das Rad der Zeit verklärte Distanz zu den Ereignissen zum Ausdruck kommt?

2017 nach dem Tod von meinem Mann bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Ab 2018 habe ich mich langsam wieder ein wenig erholt, vor allem dadurch meine Gedanken und mein Tagebuch zusammen zu einem Buch zu tragen. So konnte mein Mann und die vielen anderen Gefährten meines Lebens noch einmal aufleben. Ich hatte gesundheitlich und psychisch gelitten, doch die Zeit und das schreiben des Buches haben mir Linderung verschafft.

Leserkanone: Da Sie sie zum Titel Ihres Werkes gemacht haben: Für wie wichtig erachten Sie es, das sich Menschen der Wurzeln ihres Lebens bewusst sind, und warum?

Ich erachte es als extrem wichtig. Unsere Wurzeln haben uns geprägt und dafür gesorgt, dass wir heute unter deutlich besseren Bedingungen leben können. Wenn uns bewusst ist, was der Nationalsozialismus für leid mit sich gebracht, dann behalten wir diese Wurzeln in unserem Kopf. Wenn wir bedenken, welch schöne Eigenschaften die Wiedervereinigung mit sich brachte behalten wir auch diese Wurzeln in unserem Kopf. Aber auch weniger Geschichtsträchtige Wurzeln unseres Lebens empfinde ich als sehr wichtig.

Leserkanone: Was können wir von der Autorin Gustel Strasser in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Nein, dieses Projekt ist das letzte in meinem Leben.

Leserkanone: Vielen Dank, Frau Strasser, für das Interview.

Das Interview auch auf Leserkanone.de

Menü