Der Schutzengel – und andere Geschichten aus Wirklichkeit und Fantasie
Ute Schimscha · Günter Wessollek
Manchmal entstehen Bücher nicht am Schreibtisch, nicht aus einem langfristigen Plan oder einem Verlagsexposé heraus, sondern mitten im Leben. In einer Zeit, in der vieles ins Wanken gerät. In einer Zeit, in der Vertrautes plötzlich fehlt – und Worte beginnen, einen neuen Raum zu öffnen.
„Der Schutzengel – und andere Geschichten aus Wirklichkeit und Fantasie“ ist genau so ein Buch.
Schreiben als Antwort auf eine besondere Zeit
Die Corona-Pandemie hat den Alltag vieler Menschen tiefgreifend verändert. Begegnungen wurden seltener, Gewissheiten brüchiger, das Leben leiser – und gleichzeitig innerlich lauter. Für Ute Schimscha und Günter Wessollek war diese Zeit der Ausgangspunkt für etwas Kreatives, etwas Verbindendes.
Beide schreiben gern. Und so entstand eine einfache, fast spielerische Idee:
Ein Stichwort. Zwei Texte. Abwechselnd vorgegeben, spontan geschrieben.
Was zunächst wie ein literarisches Experiment begann, entwickelte schnell eine eigene Dynamik. Denn beim gegenseitigen Vorlesen zeigte sich, wie vielschichtig Sprache ist – und wie unterschiedlich ein einzelnes Wort wirken kann.
Ein Wort – viele Welten
Dass zwei Menschen dasselbe Stichwort völlig verschieden interpretieren, ist vielleicht nichts Überraschendes. Und doch entfaltet genau darin dieses Buch seine besondere Kraft.
Jeder Text öffnet eine eigene Welt:
ein anderes Bild, eine andere Erinnerung, eine andere emotionale Färbung. Wirklichkeit und Fantasie greifen ineinander, Alltagserfahrungen treffen auf innere Bilder, leise Beobachtungen auf überraschende Wendungen.
So entsteht ein literarisches Mosaik, das zeigt:
Es gibt nicht die eine Wahrheit eines Wortes – sondern viele Perspektiven. Und jede ist berechtigt.
Gemeinsames Erzählen
Das Projekt blieb nicht auf zwei Stimmen beschränkt. Auch die Ehepartner der Autor:innen ließen sich von der Idee anstecken und steuerten jeweils zwei eigene Geschichten bei.
Damit wird „Der Schutzengel“ zu mehr als einer klassischen Kurzgeschichtensammlung. Es ist ein Gemeinschaftswerk, getragen von Nähe, Vertrauen und der Freude am Erzählen. Unterschiedliche Stimmen treten miteinander in Dialog – ohne sich zu erklären, ohne sich angleichen zu müssen.
Leise Texte mit großer Wirkung
Die Geschichten dieses Buches sind nicht laut. Sie drängen sich nicht auf, sie wollen nicht beeindrucken. Und genau darin liegt ihre Stärke.
Sie laden ein zum Innehalten, zum Mitdenken, zum Wiedererkennen. Manche Texte berühren, andere überraschen, wieder andere bleiben noch lange im Kopf – wie ein Gedanke, der erst später seine volle Bedeutung entfaltet.
Der Titel „Der Schutzengel“ lässt dabei Raum für Interpretation. Er kann symbolisch gelesen werden, tröstend, vielleicht auch ironisch. Wie vieles in diesem Buch verweigert er eine eindeutige Deutung – und überlässt sie den Leserinnen und Lesern.
Ein Buch, das verbindet
Was dieses Buch besonders macht, ist nicht nur sein Inhalt, sondern auch seine Entstehung. Schreiben wurde hier zu einem Mittel, eine schwierige Zeit zu bewältigen. Zu einem Ort, an dem Austausch möglich blieb, als vieles andere nicht mehr selbstverständlich war.
Dass aus dieser Idee schließlich ein Buch geworden ist, ist für die Beteiligten eine große Freude. Und diese Freude ist spürbar – Seite für Seite.
Für Leserinnen und Leser
„Der Schutzengel – und andere Geschichten aus Wirklichkeit und Fantasie“ richtet sich an Menschen, die:
-
kurze literarische Texte schätzen
-
Freude an unterschiedlichen Perspektiven haben
-
gern zwischen Realität und Fantasie wandern
-
Bücher mögen, die aus dem Leben heraus entstanden sind
Es ist ein Buch zum Weiterdenken, zum Wiederlesen, zum Verschenken – und zum stillen Genießen.
ISBN: 978-3-96004-115-3
